February 2, 2009

Puerto Montt, Region de los Lagos und erster Nationalpark (28.-31.1.)

den ersten tag in puerto montt haben wir uns hauptsächlich ausgeruht, denn harald hat wohl in santiago eine kleine sommergrippe aufgeschnappt und schläft fast den ganzen tag. im garten von unserer 2. unterkunft casa perla dösen wir, wo man wie daheim im garten zwischen äpfelbäumen sitzt und einen grandiosen blick über die ganze stadt und die bucht hat. kurzer rundgang folgt durch den überschaulichen, nicht sonderlich schönen, aber durchaus nicht armen (es gibt unheimlich viele auto- und autozubehörhändler) ort puerto montt.

am folgetag brechen wir unternehmungslustig nach einem leckeren frühstück und mit erholtem harald, auf zum busterminal um die ersten vorschläge von der hausmutter und ihrem mann näher zu erkunden. wir haben letztendlich eine kleine tour für nächsten tag gekauft zum lago petrohue in den parque nacional vicente perez rosales und spazieren anschliessend weiter zur feria artesanal (kunsthandwerksausstelleransammlung) mit viel holz und lederwaren. harald hat sich eine sehr schöne calabassa plus bombilla-die klassischen utensilien für matetee gekauft, wir haben den fischmarkt besucht, der zwar berühmt und berüchtigt ist für die große auswahl, aber mit unseren europäischen gewohnheiten ein bisschen kollidiert ist und wir uns nicht von den zahlreichen angeboten in einem der anliegenden restaurants zu speisen, haben hinreissen lassen können.
wir haben uns auf die vorgelagerte insel tenglo mit boot übersetzen lassen und haben währenddessen von einen älteren ehepärchen erfahren, dass diese nur rüberfahren um das typische gericht (für den süden chiles) „curantos“ zu essen – muscheln, fleisch, wurst, huhn, kartoffeln und zwei weitere mehlkartoffelbeilagen (deren namen wir vergessen haben) die allesamt gemeinsam mit heissen steinen in einem erdloch abgedeckt 2 stunden im eigenen sud garen. Das klingt im ersten augenblick nicht wirklich so appetitlich, aber nachdem wir der zeremoniellen öffnung des loches beigewohnt haben und uns die euphorie gepackt hat, haben wir uns ebenfalls dazugesellt und eine portion geteilt. es war eine erfahrung wert, aber antje wird es wahrscheinlich kein zweites mal essen.

am 30.1. steht die besagte tagesexkursion auf dem plan: in einem minibus in die orte puerto varas (für einen halbstündigen speed-rundgang, deutsche kirche, deutsche kolonialheldenstatue, hafen) und weiter nach ensenada (für fleischiges mittag) am lago llanquihue am fusse des vulkans osorno (das beste am essen war der grandiose ausblick auf den see und dahinter den vulkan!) und dann gings zum lago petrohue (auch lago todos los santos genannt) und zu den ‘saltos de petrohue’ (stromschnellen/wasserfälle, da es aber ungewöhnlich wenig geregnet hat, ist recht wenig „wasser gefallen“). unsere essenz ist, dass so eine durchdressierte tagesbustour nichts für uns ist. man bekommt ein paar interessante geschichten erzählt und sieht auch einiges, aber alles eher oberflächlich und nicht alles hätten wir uns in eigenregie ansehen wollen. mit eher unbefriedigten erwartungen haben wir dann beschlossen erneut und auf eigene faust zum vulkan osorno aufzubrechen und eben diesen ernsthaft zu bezwingen.

am samstag bei grandosem wetter haben wir diesmal schon auf der hinfahrt einen fantastischen blick auf den majestätischen vulkan bei strahlend blauem himmel und wenigen kleinen wolken. wir legen unsere erste wanderung zurück durch urige natur, entlang den wegen aus vulkanigem gestein oder sand und ausgetrockneten flüssen, die zum winterende hin das schmelzwasser in den see petrohue führen und uns unzählige motive bieten. Ohne karte und jegliche weghinweise haben wir uns ersteinmal ordentlich verlaufen und dann doch irgendwie einen weg gefunden, der uns immer näher an den vulkan geführt hat. die bilder folgen bald :)

abgerundet haben wir unsere erste flitterwoche mit einem leckeren abendessen und unserem ersten echten chilenischen pisco sour in einem kleinen grillrestaurant (parillada), dass nur 5 tische um offenes feuer hatte und wie eine typisch chilenische holzhütte (cabaña) in der schon durch die fensterrahmen der efeu von draussen reinwuchs.

unsere weitere reise führt uns am sonntag den ersten februar nach chiloé weiter südwärts.

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