February 22, 2009

Torres Del Paine, Puerto Natales, Punta Arenas (14.-20.2.)

Torres Del Paine und Puerto Natales

Vom beängstigend stürmischen Flugplatz Balmaceda startet die Boing dennoch angenehm ruhig gen südlichsten Zipfel und geografisches Zentrum Chiles ;), welches sich wenige Kilometer nördlich von Punta Arenas befindet (da es auf der Antarktis chilenisches Territorium gibt und das natürlich mit einbezogen wird.) Wir organisieren die Bustickets nach Puerto Natales für den gleichen Abend und für Nationalpark Torres del Paine für den Folgetag. Von beiden Städten haben wir so gut wie nichts gesehen, denn es galt die Vorbereitungen zu treffen und Erledigungen zu machen für unseren 4-tägigen Wanderetrip durch eben diesen bekannnten Park.

Am nächsten Morgen 7 Uhr starten wir noch etwas verschlafen und voller Wanderlust. Das Campinequipment haben wir durch Zufall noch am vorherigen Abend in Puerto Natales ausleihen können. Verpflegung haben wir sogar einen Tag vorher in Punta Arenas geholt.

Wir haben Großes vor: 4 Nächte, ein strategisch günstiger Campinplatz und die bekannte W-Route, was in 4 Tagen auch zuschaffen ist. Wir erreichen nach 120km und 4h Anfahrt unseren Campinplatz. Mit der Karte in der hand, auf der auch alle Distanzen markiert sind, stellen wir fest, dass wir das auch dynamisch machen können und überlegen ernsthaft nur 2 Nächte auf dem ersten Platz zu bleiben und die andern beiden jeweils weiter zu ziehen mit Kraxen und allem, was so dran gehört. Die ersten Eindrücke sind von gemischten Gefühlen gezeichnet: eine vergleichsweise teure Parkeintrittsgebühr (15.000 Chil.P. (ca.19euro), bisher immer 2.000 - 4.000 pesos), eine nicht minder preisintensive Seeüberfahrt im Catamaran, auf den ersten Blick eine schier unglaubliche Masse an Backpackern (die sich dennoch tatsächlich ungemein schnell verlaufen), das erste Hochgefühl als unser kleines Zelt dann seinen Platz auf dem wohl modernsten aller Campingplätze des Parks (kostenlose heiße Duschen, Lodge mit Bistro und Café Lounge) gefunden hat und sich die Wolken lichten. Auch kommen uns Bedenken auf bei dem Wind, welcher einige Zelte schon eingefaltet hat und an unserem bereits verdächtig rüttelt. Mit schweren Steinen sichern wir lockere Seiten und alle wichtigen Heringe. Es regnet leicht, kräftige Böen trocknen jedoch alles wieder in den kurzen Regenpausen. In Anbetracht der recht langwierigen Aufbau-Abbau-Geschichte beschliessen wir uns diese nicht dreimal aufzubürden und verwerfen den überaus verrückten Plan mit dem dreifachen Umzug.

Wir nehmen die erste kleine Aufwärmanderung in Angriff und stapfen durch den einsamen Park (da der Wanderweg nicht teil eines Rundweges ist) zum Mirador und werden entschädigt mit einem ersten überwältigenden Anblick auf die “Cuernos del Paine”, Bergspitzen mit bis zu 2600m, die wie Hörner (cuernos) aussehen. Ein neuer Plan: wir bleiben nur 2 Nächte auf dem ersten Campingplatz, dann fahren wir mit dem Katamaran zurück und nehmen den Bus zur Hosteria am anderen Ende des “W” und kriegen so die “Torres” mit -auch Bergspitzen, wie könnts auch anders sein, aber die bekanntesten und die Namensgeber des Parks ;)- und den letzten Teil der Strecke.

Wir kehren ein im “Quincho”, einer großen, runden Holzhütte, welche als Küchenteil (mit Gas und fließendem Wasser) für die Camper und andere Selbstversorger dient, wie jene aus der “Lodge Paine Grande”(ein Refugio des 21. Jahrhunderts) gleich nebenan (übrigens auch zu horenten Preisen). Wir lernen eine chilenische Familie kennen und erhalten von den “Torres del Paine-Wiederholungstätern”, die den weitaus anspruchsvolleren O-Wanderweg (mindestens 9 Tage) bereits hinter sich gebracht hatten, einige hilfreiche Tipps. Kurz vor Sonnenunterrgang werden wir belohnt mit einem vollends freien Blick auf die über dem Campingplatz tronenden “Cuernos”. Dann wird es schnell dunkel und wir beziehen bereits um 10 unsere Schhlafsäcke im Zelt um ganz früh unter den ersten zu sein, die loszuziehen. Das wird die Mammuttour: 9 Stunden straffe Wanderung.

Mit dem Sonnenaufgang gehts raus aus dem Federn nach einer sehr anfänglich sehr windigen Nacht, die daher von sehr unruhigem Schlaf geprägt war. Es regnet, doch das trübt unseren Wandermut kein bisschen. Wir frühstücken ein bisschen nach dem Waschen, machen Tee für die Wanderung und ein paar kleine Snacks. Gut verpackt in Jacken und Kaputzen stiefeln wir los. Die erste Etappe sind 2 Stunden über flaches Gelände und Ziel ist das “Campamento italiano”. Es regnet immernoch. Die Jacken halten das ab und wir legen einen guten Schritt vor. Nach ca. einer Stunde kommen uns zwei junge Amerikaner entgegen, die wir am Abend zuvor schon im “Quincho” gesehen hatten. Sie wollten die gleiche Tour machen, haben aber designiert, die Wege werden richtig schlammig und wenn man Pfützen umgeht bekommt man das Wasser von Büschen und Wiesen ab. Die zwei waren durchgeweicht und absolut deprimiert, da dies bereits der zweite Versuch war, das “W” zu bezwingen. Es regnet immernoch, aber wir lassen uns von denen nicht die Laune verderben und bleiben optimistisch. Es regnet stärker. Die Wege werden schlammiger und teilweise unbegehbar, es bilden sich kleine Bäche in den eingelaufenen Wegen. Wir sind gezwungen sind auf Steinen und Ästen hin und her zu hüpfen oder kleinere Trampelpfade durch Gras und Büsche am Wegesrand zu nutzen. Die Wanderlust ist am Taumeln, nachdem wir noch mehr Durchnässte treffen, die verkünden, dass sie vorzeitig umgedreht sind. In Anbetracht der Tatsache, dass auch unsere Jeans bis zu den Oberschenkeln nass waren. Die Jacken, welche eigentlich vor Regen schützen sollten, schienen auf seltsame Art und Weise den Namen Regenjacke genau verkehrtherum verstanden zu haben und waren ebenso bis zum Innenfutter nass. Wir gestehen uns ein, dass wir (wetterkleidungstechnisch) nicht ausreichend vorbereitet sind, nehmen wenigstens den Snack zu uns und trinken ein paar heisse Schlucke, damit Harald nicht mehr so schwer tragen muss und kehren um. Der Regen wird noch stärker und mit jedem Gegenverkehr (eingepackt mit riesigen Ponchos oder festen Regenjacken) wächst die Bewunderung für deren Kampfgeist und das Einsehen, dass wir uns für diesen Teil der Reise nicht ausreichend präpariert hatten. Auch unsere Besorgnis um unser Zelt steigt mit jedem Schritt zurück. Die schlimmste Befürchtung, dass alles im Zelt komplett durchgeweicht ist, tritt nicht ein. Dennoch das Gegenteil ist auch nicht der Fall, denn die ersten Tropfen hatten sich ihren Weg bereits durch das Überzelt gebahnt und kullerten unaufhörlich Richtung Zelteingang. Wir wechselten das gesamte Outfit, schnappen uns die nassen Jacken und setzen uns in die Café Lounge des Refugio um zu trocknen und aufzuwärmen. Einige Leute hatten wohl den Tag für Wanderungen sein gelassen von vornherein und es sich im Restaurant bzw. im Café bequem gemacht, es war mächtiger Andrang. Daneben saßen die neu dazugekommen welche sich von anderen Campingplätzen auf den Weg gemacht hatten, die Heizungen füllten sich mit Jacken, Hosen und Schuhen während die Scheiben undurchsichtig worden. Ein neuer Plan: Wir müssen designiert zugeben, dass das Glück uns hier nicht treu geblieben ist und wir besser vorzeitig zurückkehren sollten. Denn das Wetter versprach keine Änderung und in einem nassen Zelt trocknet keine Kleidung und schläft es sich schlecht. Der finale Schlachtplan wird ratifiziert: unter noch immer starkem Regen, die Küchenutensilien so besorgen und uns das “Henkermahl” zu kochen (seit dem Morgen gab es kein Gas mehr in der Küche und wir können uns einen Butangaskocher leihen), dann die Rücksacke packen und unterstellen noch am gleichen Abend mit dem letzten Katamaran bzw. letzten Bus zurück nach Puerto Natales. Der wohl abenteuerreichste und spontanste Teil der gesamten Reise.

Wir bekommen im gleichen Hostal noch ein Zimmer, wo wir auch gleich für die weiteren 2 Nächte bleiben können, duschen heiss und fallen totmüde ins Bett. Auch etwas positives können wir dem Intermezzo abringen, denn so haben wir einen Tag “frei” und können unseren Blog etwas aufbereiten, das hübsche Städtchen Puerto Natales erkunden und gleichzeitig den größten Teil unserer Mitbringselerledigungen machen und wir gewinnen Zeit für einen 16-stündigen Ausflug nach El Calafate (Argentinien) zum großen Gletscher “Perito Moreno”. Zur großen Freude von Harald, denn es gibt am Gletscher unzählige Motive für schöne Panoramaaufnahmen und zur Freude von Antje, die letzendlich doch zwei argentinische Stempel im Pass hat, neben 6 chilenischen ;). Leider gibt es zu Haralds Ärgerniss keinen großen Eisabgang am Gletscher während die Kamera bereit ist, die knirschenden, blau leuchtenden Eismassen auch so ein Erlebnis. Ausserdem werden wir einen Tag eher nach Punta Arenas zurückkehren und das erlaubt uns wiederum noch die Teilnahme an der Ausfahrt zur Isla Magdalena, einem kleinen Monumento Natural, wo sich zu dieser Zeit des Jahres tausende Pinguine zum Brüten und Fellwechsel versammeln.

Punta Arenas und no hay lugar como hogar (Vorfreude auf die Heimkehr)

Ein bisschen erkunden wir auch Punta Arenas, wobei es in diesen jungen Städten nicht soviele Orte gibt, die man erkunden kann, neben Museen und Ausstellungen über die etnischen, ausgestorbenen Ureinwohner oder die Entdecker aus Europa vom 17. und 18. Jahrhundert. Den Beinamen “Fin del Mundo” hat diese Region auch deswegen erhalten, weil es das letzte Fleckchen Erde gewesen ist, was erkundet worden ist. Weite Teile des chilenischen und argentinischen Patagoniens sind heute noch so schwer zugänglich, dass die urige Begebenheit erhalten geblieben ist. Die Kolonien hatten auf dem kargen Boden harte Zeiten, erst Estancias (Schaffarmen) und Fischer von Chiloe konnten richtige Erfolge verbuchen (Feuerland gilt als das Gebiet für Fliegenfischen. Leider wird heute mehr und mehr auf die verborgenen Bodenschätze gegiert, zum Teil auch die unter dem immerwährenden Eis (“Campo des Hielo Norte” und “Sur”) zwischen den Gebirgszügen.

Ein bisschen bekommen wir auch den generellen “Konflikt” zwischen Chile und Argentinien mit, der weniger zwischen den Landsleuten ausgetragen wird (natürlich schon, aber oft auf die freundschaftlich neckende Weise) sondern eher auf der Ebene der Regierung. Denn es gibt sehr viele Chilenen, die in Argentinien leben und arbeiten und umgedreht, dass der Streit eigentlich unbegründet ist. Gestritten wird zwischen den Ländern um Teile der Grenze, welche aufgrund der durchgehenden Eisfläche in Südpatagonien für ca. 50km noch immer nicht klar definiert ist.

Wovor die Chilenen allerdings wirklich sehr viel Angst haben sind Früchte und jegliche Lebensmittel tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Wir sind bei jeder der drei Einreisen akribisch gefiltzt worden nach diese Produkten, wie mancheiner es aus dem USA kennt, wo allerdings nach Waffen oder Sprengstoff oder Drogen gesucht wird. In Chile suchen die “Carabineros” (Polizei) Früchte. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass wir nicht einmal die Mate-Kalabasse, die wir in El Calafate kaufen wollten, hätten einführen dürfen, weil sie aus einem getrockneten Kürbis besteht. Der Grund ist einfach, Chile hat viele Plagen nicht, die es in den restlichen südamerikanischen Ländern und der gesamten Welt gibt, wie die Obstfliege, die Reblaus, Gelbfieber etc. und möchten sich und ihre Wirtschaft natürlich davor schützen. Ohne dieses Hintergrundwissen ist die Beschilderung mit dem rot druchgestrichenen Granny Smith-Apfel und dem Slogan “Sie wissen gar nicht, wie gefährlich Ihr Gepäck sein kann!” an den Grenzübergangen und am Flughafen recht bizarr.

Generell haben die Städte einen ganz anderen Charme, als in Europa. Man spürt, dass die Städte keine jahrhundertelange Geschichte erlebt haben, zum Teil nicht einmal ein halbes Jahrhundert alt sind. Die Architektur ist gekennzeichnet von dem verschedenen Einflüssen der Kolonialisten und verfügt selten über ein kulturellen Stadtkern. Das Zentrem dreht sich meist um den Waffenplatz (Plaza de Armas) oder je nach Bedeutung des Ortes auch um den Hafen.

Der Ausflug zur Pinguin-Insel startet morgens zum Sonnenaufgang gegen 7 Uhr, um pünktlich auf der Insel zu sein, wenn die Pinguine aktiv werden und fischen gehen. Die Ausfahrt mit dem “Zodiac” (großes, motorisiertes Gummiboot) über die Magallanstrasse ist von extrem gutem Wetter geprägt und wir halten Ausschau nach Delfinen und Seelöwen, leider ohne Erfolg. Über und neben uns gleiten Comorane und Albatrosse durch die Morgenlüfte. Wir legen an der Insel Magdalena an und wandeln auf dem gekennzeichneten und abgesperrten Weg durch das Naturmonument in Richtung Leuchtturm vorbei an schlafenden, kamerascheuen und weniger kamerascheuen, mitten auf dem Weg liegenden Pinguinen. Auf der Rückfahrt drehen wir noch eine Runde entlang der Nachbarinsel Marta, welche nicht betreten werden darf. Dafür fahren wir langsam und nah genug ans Ufer und sehen die Seelöwen am Ufer in der Sonne liegen oder neugierig ganz nah an unser Boot herangeschwommen kommen. Auf dem weiteren Heimweg geht es über kleinere Wellen schon etwas lauter, wir wollen uns gar nicht vorstellen wie es sich über 3 oder gar 6m Wellen hüpft.

Am Nachmittag besorgen wir die letzen Einkäufe für die Heimfahrt und besuchen zum Abschlußessen ein Restaurant genannt “La Marmita”, was für den guten Fisch und bei Einheimischen beliebt ist. Harald gibt den Anstoß zu einer ersten, angeregten Auswertung unseres Chile-Flitterwochen-Urlaubs, die darin resultiert, dass dieser erst der Anfang war. Und am Mittag des Folgetages treten wir den ersten Teil unserer Heimreise an, den Flug Punta Arenas - Santiago, von dortaus wir dann einen Tag später nach Madrid starten. Vorher ging es noch einmal quer durch die Stadt um uns in “unserer” Viña Santa Carolina mit chilenischem Wein einzudecken (soweit mit Rucksäcken möglich).

Diesen letzten Satz schreiben wir kurz vorm Boarding nach Palma de Mallorca, mit Vorfreude auf unser kleines aber feines “da Heeme” und der Hoffnung dass alle Mitbringsel heil geblieben sind.

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February 17, 2009

Paradies am Ende der Welt (8.-13.2.)

Der Höhepunkt unserer Reise hätte schöner und einzigartiger nicht sein können.

Anreise und Tag 1

Morgens 10 Uhr wurden wir in Coyhaique mit Allrad-Pickup abgeholt. Unser Fahrer Fabian startete mehr als 4 Stunden vorher von der Hacienda. Für uns ging es nun den selben Weg zurück, anfangs über asphaltierte Straßen, später über den berüchtigteren Teil der Carretera Austral Sur. Ein Schotterweg, mal grob, mal fester, durch dichte Wälder, entlang an unendlich weiten Tälern mit grünen Lagunas oder türkisblauen Seen und über zerklüftete Bergketten. Wir streiften kleine Orte, die mit Satellitentelefon und fließendem Wasser für sich warben, vorbei an vergessenen Häusern, reitenden Gauchos und immer wieder Kühe, Schafe oder Pferde versteckt zwischen Bäumen oder auf Weiden. Mulmig wurde uns nur bei Gegenverkehr, welcher von Staub umgeben ein Jeep oder ein doch Truck sein konnte.

Trotz der schlechten Straßen fühlten wir uns sicher und konnten die ganze Zeit die Augen nicht von der Landschaft lassen. Wie in den kommenden Tagen auch, lieferte uns die Natur erst im späteren Verlauf des Tages die besten Aussichten, ohne Wolken und mit fantastischen Lichtbrechnungen in den Schluchten und Bergketten. Jeder Morgen und Abend verwandelte die Landschaft in ein Lichtspiel, die ziehenden Schatten der vereinzelten Wolken taten ihr Übriges.

Ankunft

Als Fabian irgendwann, unsere Ungeduld bemerkend, meinte, dass es nicht mehr weit sei, hielten wir jedes Haus an einem See für unser Ziel. Als wir eine Weile keine neuen Häuser mehr sahen, zeigte unser Fahrer dann endlich auf eine Ansammlung von mehreren Cabañas am Strand eines tiefblauen Sees. Links und rechts erhoben sich steile Hügel vor dem Panorama der schneebedeckten Berge. Die Haupthäuser lagen an einer weiten Wiese, daneben schmiegten sich 3 Cabañas (Holzhäuser im chilenisch traditionellen Stil) zwischen vereinzelte Bäume. Direkt am leicht steinigen Ufer waren 2 Saunen und ein wenig abseits davon in den Waldesrand eingebettet das überdachte Jacuzzi.

Wir wurden sogleich von Damiano, einem Schweiz-Italiener, für die Public Relations im Hotel verantwortlich, mit offenen Armen empfangen. Bei einem Pisco Sour, dem bisher besten, erzählte er vom anstehenden Programm “Erlebnis Patagonien”, dem Haus und den Möglichkeiten. Jede Cabaña hatte vier traumhafte Zimmer, zusätzlich gab es abseits noch einzelne Cabañas für 4 Personen. Jedes Zimmer hatte den einmaligen Blick auf das Wiese-See-Berge-Panorama. Ausgestattet mit einen kleinen Holzofen, einem Bett mit Blick auf die wandbreite Fensterfront und iPod-Anlage war alles nötige in nur einem Raum versammelt, was einem Gast den Aufenthalt noch mehr versüssen sollte. Das Bad und die geräumige Ankleide waren hinter einer mannshohen Trennwand, welche das Zimmer drittelte. In den Stühlen auf der großen Terasse konnte man das Lichtspiel auf den umliegenden nahen und fernen Bergen von morgens bis abends genießen und des nachts dann die unzählbaren Sterne. Drinnen wurde es nie richtig kühl und zum Aufwärmen nach der Saune verbreitete der Ofen mit wenigen Handgriffen knisternde Kuschelwärme.

Nachdem wir mit leuchtenden Augen das Zimmer mehrmals umrundet hatten, ging’s zu einer kleinen Rundfahrt auf dem See. Danach paddelten wir nochmal im Zweierkayak über den Lago Negro um den letzten Sonnenstrahlen über den Bergen näher zu kommen. Vom Kayak runter, beschlossen wir direkt noch in die Saune und ins Jacuzzi zu gehen. Später gab uns das umwerfende Abendessen den Rest und wir mussten der abendlichen Pokerrunde von Personal und Gästen gemeinsam absagen.

All diese Entspannungsmöglichkeiten halfen nicht gegen das Ziehen über unseren Mundwinkeln, weil wir beim besten Willen unser überaus zufriedenes und glückliches Lachen nicht verbergen konnten.

La Cabalgata (Ausritt)

Alles hatte unsere Erwartungen um Längen übertroffen. Als weitere Bestandteile des Programms waren jeden der drei kommenden Tage Ausflüge geplant. Am ersten Tag führte uns Henry (ein waschechter Patagonier aus dem beachbarten, 50km entfernten, Ort Puerto Guadal hoch zu Roß auf eine der umliegenden Bergspitzen zum Hacienda-eigenen “Mirador Quatro Lagos” (Aussichtspunkt der 4 Seen). Der erste Teil der gemeinsamen Strecke war vorallem bei Antje’s Pferd nicht von viel Zuspruch gekrönt. Die ca. 15 Pferde, welche allesamt der Hacienda gehören, sind die meiste Zeit freigelassen auf dem weiten Gelände um die Hacienda und grasen oder tollen herum … sind also der Arbeit eher abgeneigt. Aber der “macho” (zu dt. Hengst) genannt “cara de queso” (Käsegesicht) hat etwas später dann auch irgendwie gemacht, was sie mit ihren Zügeln vorgegeben hat oder er ist auch einfach nur Henry auf seinem Schimmel hinterher gegangen, aber das weiss wahrscheinlich nur “cara de queso”. Die Aussicht war großartig und mit jedem Trab näher an den Gipfel, verschwanden weitere Wolken und als wir schließlich ganz oben ankamen, konnten wir die vollkommene Sicht auf die gegenüber befindlichen Berspitzen mehrere kleine Gletscher eingeschlossen und auf die 4 darumliegenden Seen genießen. Der absolute Höhepunkt war ein aufsteigender Condor, auf den uns Henry aufmerksam machte und der dann durch die Lüfte ein paar Kreise zog, bevor er hinter einer der unzähligen Bergkuppen verschwand.

Wir wurden beim anschließenden Zurückreiten sogar richtig übermütig und sind beide das erste Mal Trab und Gallopp geritten. Anfangs noch zaghaft um sich an das Schütteln im Sattel zu gewöhnen und dann immer sicherer und länger (und mit lauterem Jauchzen). Wenn wir nicht noch einmal dazukommen sollten, am Seeufer einen kurzen Ausritt zu geniessen, werden wir es später auf jeden Fall wiederholen. Die Pferde waren durch den steilen Weg und die Sonne am Ende sichtlich geschafft. Wir waren dankbar für diese erste tolle Erfahrung und haben uns mit noch ein paar Streicheleinheiten versucht erkenntlich zu zeigen.

Zu jedem Ausflug, die nur für uns zwei durchgeführt wurden, hat uns stets einer der jungen Mitarbeiter der Hacienda begleitet. Wir haben so die Möglichkeit gehabt, nicht nur die jeweilige Exkursion mit vielen persönlichen Anmerkungen zu genießen, sondern vorallem Antje hat dies genutzt um die Chilenen in Gespräche zu verwickeln bzw. mit Fragen zu löchern um so die Antworten zu bekommen, die kein Reiseührer geben kann. Das war natürlich unglaublich interessant, denn ein paar der Haciendamitarbeiter sind deutscher Herkunft oder haben deutsche Eltern und so liefen die Gespräche zum Teil auf deutsch ab.

Den Nachmittag unseres ersten Tages haben wir dann nicht zum Ausruhen nutzen wollen, sondern haben das Rafting-Angebot gleich hinten rangehängt. Um ein Boot gut zu besetzen sind noch 3 Mitarbeiter mit gekommen und 2 Guides, die sich im Kayak und Rafting supergut auskennen. Wir brauchen gar nicht erwähnen, dass auch das ein einmaliges Erlebnis war - und scheinbar nicht nur für uns sondern auch für Marcelo und Claudia aus dem Restaurant der Hacienda. wir lachen uns jetzt noch verschmitzt an, wenn uns eines der Paddelkommandos wiedereinfällt, dass Alberto oder Oswaldo gerufen haben um die Mannschaft durch die Stromschnellen und hinterlistige Strudel zu lenken sowie die Stimmung an Bord anzuheizen.

Den Abend haben wir erneut im Jacuzzi und mit einem Saunagang sowie fantastischem Gaumenschmaus ausklingen lassen.

Fortsetzung folgt …

und weiter gehts, wie versprochen:

Salto Río Baker & Tamango

Der erste Morgen startet mit einem mindestens genauso großen Staunen, als wir die Jalousien öffnen und den von morgendlichen Sonnenstrahlen angeleuchteten Lago Negro erblicken. Die Pferde grasen schon ganz friedlich und die zwei zur Hacienda gehörenden Hunde Pata (Bernhardiener) und Gonia (eine gelbäugige und absolut schmusesüchtige Mischlingshündin) - der Name ist natürlich kein Zufall ;) - spielen mit einander, jagen Enten oder bellen die Pferde an, welche sich davon kein bisschen beeindruckt fühlen. Zum Fühstück gibt es selbstgemachte Nussschnecken, Marmelade und Brötchen. Nach den Nussschnecken habe ich Claudia -eine der beiden Kellner, von denen wir stets zu unserem besten Wohle umsorgt werden- gefragt, und sie hat stolz geantwortet, dass alles selbstgemacht ist, die Marmelade, die Brötchen und das Brot, einfach alles, ausser der Butter. Einmal die Woche kommt eine große Lieferung per LKW aus Santiago. Heute gehts zum Salto Río Baker (einer Stromschnelle, die erst himmelblau und dann kurz hinter einem Zufluss mit viel Gletscherschmelzwasser mit viel Schwemmmaterial nur noch gelbgräunlich ist und nicht mehr geeignet zum Fischen, wie wir von dem Chiloten Ricardo erfahren). Weiter fahren wir in den “nahegelegenen” Nationalreservat Tamango, da wir aber schon an die Strecken gewöhnt sind und uns die Landschaft einfach nicht langweilig werden kann, kommen uns die zwei Stunden nicht zu lang vor. Das Reserva ist bekannt für seine noch sehr hohe Huemules-Vorkommen, eine Art chilenisches Rotwild, das leider in weiten Teilen des Landes fast nicht mehr zu sehen ist. Die Tiere wurden oft gejagt aufgrund ihrer zutraulichen Art und somit fast ausgerottet. Unsere Mission an diesem Tag mittels Spurenlesen welche aufzuspüren, gelingt nicht. Dafür sehen wir einen typischen Vogel, genannt Pescador (Fischer), der sich auf einem Ast ganz in der Nähe unseres Bootes niedergelassen hat und nach einem ruhigen Moment im Sturzflug auf die Wasseroberfläche des Sees zuschnellt. Offensichtlich war seine Beute schneller als er, denn er hat ganz knapp vor dem Eintauchen in das kalte, kristallklare Seewasser abgedreht. Wir kehren zurück an das Ufer und schmausen urig am Seeufer unser Mittagessen, bevor es wieder zurückgeht zur Hacienda. Und wie sollte es anders auch sein, spannen wir bei heißer Sauna, frischem Abkühlen im See und Jacuzzi aus, bevor wir erneut kulinarisch verwöhnt werden. Wir verlieren unseren ersten Einsatz von 5000 Pesos (ca. 6 Euro) beim Poker (Texas Holding) und gewinnen dagegen viel Spaß.

Valle Exploradores

Am zweiten Morgen sind wir neben einem chilenischen Pärchen ganz allein in der Hacienda und genießen zum ersten Mal zum Frühstück die vollkommene Abgeschiedenheit und Ruhe. Ricardo wird uns heute gemeinsam mit Natatscha (einer chilenischen Medizinstudentin, die sich über die Sommerferien mit Massagen ein bisschen Geld dazuverdient in der Hacienda und diesen Teil noch nicht gesehen hat) zur Marmorkathedrale entführen und anschliessend in das Valle Exploradores (Tal der Entdecker). Mit einem kleinen Boot fahren nach kurzer Autofahrt hinaus auf den Lago General Carrera (der größte südamerikanische See, welcher geteilt wird mit Argentinien und dort Lago Buenos Aires heißt) und ganz nah heran an ein paar Grotten etwas entfernt vom Ufer, die unterhalb vom Wasser ausgespült worden sind und schönste Marmorstrukturen zeigen. Die vielen dabei entstandenen Säulen und Bögen ergeben die Form eines Kathedralengewölbes von innen. Ebenso spannend fanden wir die durch die Erosion freigelegten Spuren der Vergangenheit, die verschiedenen Schichten von Marmor und Sediment und dessen Wachstum und Bewegung über die Zeit hinweg. Wieder im warmen Auto und ohne Wind bemerken wir, dass wir trotz Sonnencreme schon wieder rote Nasen bekommen haben, was aber nicht schlimmer werden würde, da sich der restliche Tag bewölkt und leicht regnerisch gestalten sollte. Unser nächstes Ziel ist nach einem etwas längeren und ein wenig beschwerlichen Weg der Glaciar San Valentín. Die Strecke wird derzeit noch ausgebaut und soll später (wohl bereits in einem Jahr) bis zum speziell für Expeditionen (u.a. zur Laguna San Rafael) geplanten Ort Bahía Exploradores (Bucht der Entdecker) führen. Heute erreicht man die Laguna San Rafael nur per Schiff (Cruiser) für viel Geld und in wenigstens 5 Stunden Fahrt pro Strecke (also wenigstens 12 Stunden-Exkursion, aber eigentlich eine mindestens zweitägige Exkursion). Wir erklimmen nun also den steilen Weg zum Aussichtspunkt des Gletschers San Valentín und werden reichlich belohnt durch den 360° weiten Ausblick in das gesamte Exploradores-Tal zu unseren Füssen. Ausserdem beobachten wir eine zeitlang eine (sehr!) kleine (da weit weg) Gruppe von Gletscherwanderern. Der Weg zurück führt uns durch einen urigen, immergrünen Wald und wir entdecken neben anderen Vögeln mehrere südamerikanische, schwarze Spechte (carpinteros negros) mit dem charakteristischen, leuchtendroten Irokesenschopf, die sich von unserem Interesse an ihnen kein bisschen gestört zu fühlen schienen und fleissig auf verschiedene Bäume einklopften. Selbst Ricardo meinte, er hätte diese sonst recht scheuen Vögel noch nie so nah zu Gesicht bekommen. Sozusagen der Ausgangspunkt oder Eingang zum Weg hinauf war eine kleine Holzhütte, in der 3 oder 4 junge Chilenen die gesamte Sommersaison über leben und gleichzeitig für die Gletschertrekkings und andere Ausflügler Informationen und Equipment zur Verfügung stellen bzw. von hieraus auch selbst Gruppen hinaufführen. In deren kleiner, mollig warmer Stube durften wir unser Mittagspicknick einnehmen und haben ein paar interessante Geschichten rund um den Gletscher und den Wald erfahren sowie unsere soeben gemachte Schwarzpechterfahrung stolz mitgeteilt, die erneut für sehr besonders deklariert wurde. Nur der Vollständigkeit halber möchten wir erwähnen, dass auch dieser Tag mit “sanus per aquam” und einer lustigen, dennoch wieder erfolglosen Pokerrunde haben ausklingen lassen. Zum Abendessen haben wir in dem kleinen, gemütlich patagonischem “Quincho” (auch “Fogón”, eine kleine Holzhütte mit offener Feuerstelle zum Grillen) neben dem Hauptgebäude patagonisches Lamm frisch gegrillt genossen. Einer unserer schönsten, interessantesten und auch längsten Abende, da wir viele Gesprächen mit dem chilenischen Pärchen (er: Diplomat, sie: italienisch-chilenisch, Marketing) geführt haben, die in den USA gelebt haben, 8 Jahre später nach Santiago zurückgekehrt sind und ihre Heimat nun ein zweites Mal kennenlernen wollten. Wir haben viele neue Fakten und Geschichten aus erster Hand erfahren über Chile und Südamerika generell.

ein Tag für uns

Durch die vielen Erlebnisse und gesammelten Eindrücke haben wir von dem eigentlichen Entspannen in der Hacienda nicht viel Gebrauch machen und die bisherige Reise kaum “verdauen” können. Daher entschieden wir uns für eine Verlängerungsnacht in der Hacienda und konnten den letzten Tag ohne Exkursion ganz für uns und nochmals so richtig in Ruhe genießen. Am Abend stand zu unserer Freude erneut “Quincho” auf dem Programm und wir kamen erneut in den Genuss angeregter Gespräche - diesmal mit einem älteren, holländischen Weltenbummler-Pärchens, die für insgesamt zweieinhalb Monate durch Südamerika reisen. Gestartet sind sie von Buenos Aires für 15 Tage auf der Hansa in die Antarktis und haben an Bord sämtliche naturwissenschaftlichen Vorträge gehört, die auf dem neuesten Stand der Forschung basierten. Laut diesen befindet sich die Erde derzeit am Ende einer Eiszeit und der “Normalzustand” der Erde ist eigentlich eisfrei. Das heißt, dass also das Schmelzen der Pole bzw. die Erderwärmung ein natürlicher Prozess in den zyklischen Temperaturentwicklungen unseres Planeten ist. Von den beiden Pensionisten haben wir auch viele nützliche Backpacker-Informationen erhalten, nicht nur für Chile, sondern auch für Südasien. Zum Pokern sind wir nicht mehr gegangen, da wir noch die Rucksäcke packen mussten. Der Wecker stand auf 5:45, damit wir pünktlich um 11.55Uhr den Flieger von Balmaceda nach Punta Arenas nehmen können.

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February 16, 2009

der norden patagoniens (4.-8.2.)

die stadt coyhaique befindet sich bereits mitten im chilenischen teil patagoniens (der andere liegt auf argentinischem territorium). der genaue grenzverlauf ist nicht so ganz klar - einige lehrbücher sind der meinung, dass es bereits auf der höhe von puerto montt (also 1000km südlich von santiago) beginnt und somit auch die gesamten inseln von chiloé miteinschliesst und andere grenzen selbst chiloé noch aus und nennen coyhaique als “tor zur patagonia”.

wir fühlen uns ganz wohl in der -wie sich später herausstellen wird- letzten stadt vor beginn der “selva” (zu dt. urwald). sie ist klein, sehr gemütlich und hat alles zu bieten. wir essen das erste mal richtig “asado” (gegrilltes (lamm-od. schweine-), fleisch, wie es für patagonien (chile und argentinien) bekannt ist) und am nächsten abend gleich noch mal :). wir versuchen uns mit ausflügen in die näheren und weiterweg gelegenen parques nacionales und reservas nacionales. leider nicht so erfolgreich, da wir den kleinen aber bedeutenden unterschied zwischen parque n. (mit vielen besonderheiten in flora & fauna, eingerichtet für besucher mit wanderrouten, camping etc.) und reserva n. (naturreservat mit zu schützenden flora und faunabeständen; weniger für besucher, mehr für forschung somit keine ausgebauten wanderwege) erst später richtig begreifen. ausserdem erkunden wir einen eher verlassenen küstenort, der mehr als streckenpunkt zwischen dem noch verlasseneren dazugehörigen hafen und coyhaique gilt, dennoch ein strategisch wichtiger ausgangspunkt für den gesamten extrem dünn besiedelten süden chiles ist.

wir bekommen bereits jetzt einen ersten eindruck wie es ist, wenn sich nur aller 2 stunden autofahrt eine kleine siedlung befindet, die weder tankstelle noch geldautomaten hat, nur einen klitzekleinen supermercado (die schilder in diesen teilen des landes sind schon lange nicht mehr gedruckt oder andersweitig aufwendig hergestellt sondern einfach ein bepinseltes holzbrett). den letzten tag in coyhaique verbringen wir also mit einem improvisierten, dennoch nicht so erfolgreichem ausflug nach puerto aysen, da wir die organisation für unser eigentlich angedachtes ziel aus zeit- und eindeutig unterschätzen entfernungsgründen nicht durchführen können.
In der 7 millionen-metropole santiago gibt es busse in alle himmelsrichtungen und (fast) jederzeit, jedoch je weiter weg man von der hauptstadt kommt, desto seltener sind die vorkommen von öffentlichen verkehrsmitteln und fahrzeiten, die man irgendwie flexibel nutzen kann. immerhin hat chile nur 14 millionen einwohner überhaupt. wir waren eindeutig zu verwöhnt davon und planen für puerto natales und punta arenas besser vor. bei fast allen fahrten kaufen wir gleichzeitig die eventuelle rückfahrt und anschlussbusse.
ein anderer anhaltspunkt für den fast menschenleeren ‘grossen süden’ sind die strassen, im besonderen der südliche teil der carretera austral (zu dt. südliche verkehrsstrasse).
die strassen sind nur noch bis coyhaique und den naheligenden häfen puerto aysen sowie puerto chacabuco asphaltiert und richtung süden dann noch grosse betonplatten auf weiteren 100km der austral sur (es gibt nur eine -carretera austral sur und c.a. norte- daher ist keine nummer nötig :) ).

der berühmteste teil der carretera austral allerdings ist der, welcher kurz hinter dem winzigen örtchen villa cerro castillo (stadt schlossberg) im malerischen tal des gleichnamigen gebirgszugs liegt. cerro ist zu dt. eigentlich hügel, da hier aber die grossen berge z.t. über die 4000m marke steigen, ist in diesem falle der ‘schlosshügel’ stattliche 2.675meter!
beim verlassen des ortes entsteht ein bild wie von einem anderen planeten: die letzten häuser, noch ein letztes strassenschild mit entfernungen zu den nächsten nicht sonderlich grösseren orten, die bis zum ende der austral sur in villa o’higgins nach ca.450km folgen sollten (die kleinste angabe waren 179(!)km ) und dann liegen da vor uns die letzten 2 betonplatten, nach denen ein schotterweg folgt. wir machen grosse augen und wissen was dort vorn vor unseren augen liegt. die bis hierhin noch eher wenig greifbare, chilenische beschreibung ‘último rincón del mundo’ (letzte ecke der welt) wird auf einen schlag gefüllt mit eindrücken und gefühlen und man weiss, was diese worte wirklich bedeuten. es mischt sich abenteuerliche spannung zur ersten sprachlosigkeit und daraufhin vorfreude, wie es sich wohl anfühlt über diesem wilden teil der carretera austral zu fahren.
es folgen fast gar keine beschilderungen mehr (das häufigste waren die links-,rechts- bzw. doppel-s-kurvenhinweise). leitplanken gibt es, jedoch äusserst spärlich. wir begegnen erstaunlich vielen radfahrern, so vielen wie richtigen fahrzeugen und obwohl wir schon einiges gehört und gelesen haben darüber, kommen wir schwer aus dem staunen raus über die scheinbar ins nirgendwo führende und doch irgendwie zielgerichtete piste. Nicht nur die fahrbahn hält unsere aufregung stets lebendig, sondern die unberührte, wilde natur, welche sich ihr eigentum scheinbar wieder zurückholen wollte mit zweige, baumstämme, grösseren steinen und abgebrochenen fahrbahnteilen um so den menschen am weiteren vordringen zu hindern. Wir fahren durch lange tunnel aus dichtem geäst; unter unendlich, aufgereihten gebirgsketten entlang, die uns ab und zu ihre schneekuppen oder einen kurzen blick auf die eisblauen gletscher freigeben; durch täler mit flüssen, dessen wasser zweifarbig (gelbbraun-türkis) gemischt ist, je nachdem aus welchem tal und über welches gestein das wasser geflossen ist und kilometerlang entlang dem unheimlichen ‘bosque muerto’ - einem ‘toten wald’, der durch die asche vom ausbruch des hudsonvulkans komplett verbrannt bzw. abgestorben ist und wie ein friedhof wirkt. nach etwas weniger als 5 stunden werden wir unser flitterwochenhotel ‘hacienda tres lagos’ erreichen.

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February 6, 2009

Chiloe, Argentinien und Coyhaique

wie ihr auf den bildern seht, hatten bis bisher tolles wetter. es hat nur heute morgen etwas genieselt, da aber die wanderstrecke durch den parque nacional de coyhaique größtenteils von dichten bäumen und noch dichteren bambusbüschen umgeben war, sind wir so gut wie nicht nass geworden. auch auf chiloé hatte wir immer sonnenschein. wir haben unsere weiterfahrt von puerto montt in chiloes nördlicher hafenstadt ancud unterbrochen und uns das kleine örtchen samt dem sehr informativen naturkundemuseum angeschaut. antje hat ein weiteres paar chilenische ohrringe erstanden direkt vom plaza de armas, wo die beiden omis hinter ihren theken sassen und weitere schals, ponchos unnd socken zustricken schienen. bisher der schönste handwerkskunstmarkt. auch castro ist überschaulich und keine große besonderheit, was die stadtarchitektur angeht, aber es stellt für 2 tage einen guten ausgangspunkt für exkursionen in den nur 50 km entfernten (allerdings mit 2-stündiger busfahrt erreichbaren) parque nacional de chilo{e. wir wandeln auf einem sehr schönen naturlehrpfad durch sumpfigen, urigen und immergruenen wald und finden uns mittendrin in größter abgeschiedenheit bei lamm von der feuerstelle und kühlem bier wieder. anschließend stapfen wir durch sandige dünen und halten die heissen füsse in kaltes pazifikblau. bei der planung der weiteren tage stellen wir fest, dass wir diesen teil hätten um einiges eher organisieren sollen. denn die fähre von der insel weg geht nur zweimal wöchentlich und zu spät für uns. ausserdem können wir den langersehnten aufenthalt im parque pumalin nicht in die tat umsetzen, da das gesamte gebiet nicht zugänglich ist. der vulkanausbruch im letzten juli ist schuld und hat zur vorübergehenden schliessung des parks und zur komplettumsiedlung des ortes chaitén geführt. die lösung ist eine 24-stündige busfahrt zurück über puerto montt, osorno, san carlos de bariloche (argentinien) nach coyhaique. wir wurden durch wunderschöne ausblicke entschädigt und schiessen unzählige bilder von den parques nacionales auf beiden seiten. die gesamte nacht fahren wir parallel zu den anden durch den westen argentiniens über kurvige asphaltstrassen und huckelpisten, die aber laut anderer busmitfahrer immernoch um einiges besser sein sollen als die chilenische carretera austral. wir erkunden zugleich das zentrum von coyhaique und um nicht den gleichen fehler erneut zu begehen, auch sämtliche exkursionsmöglichkeiten. coyhaique hat von den orten, die wir bisher gesehen haben, die schönste innenstadt (guterhaltenene häuser, saubere parks und eine hübsche fussgängerzone) und die naheliegendsten parks. in 3 tagen werden wir dem ort den rücken kehren und in unser flitterhotel gebracht. bis dahin wird gewandert und nach möglichkeit geradelt, denn danach wird entspannt!

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February 2, 2009

Puerto Montt, Region de los Lagos und erster Nationalpark (28.-31.1.)

den ersten tag in puerto montt haben wir uns hauptsächlich ausgeruht, denn harald hat wohl in santiago eine kleine sommergrippe aufgeschnappt und schläft fast den ganzen tag. im garten von unserer 2. unterkunft casa perla dösen wir, wo man wie daheim im garten zwischen äpfelbäumen sitzt und einen grandiosen blick über die ganze stadt und die bucht hat. kurzer rundgang folgt durch den überschaulichen, nicht sonderlich schönen, aber durchaus nicht armen (es gibt unheimlich viele auto- und autozubehörhändler) ort puerto montt.

am folgetag brechen wir unternehmungslustig nach einem leckeren frühstück und mit erholtem harald, auf zum busterminal um die ersten vorschläge von der hausmutter und ihrem mann näher zu erkunden. wir haben letztendlich eine kleine tour für nächsten tag gekauft zum lago petrohue in den parque nacional vicente perez rosales und spazieren anschliessend weiter zur feria artesanal (kunsthandwerksausstelleransammlung) mit viel holz und lederwaren. harald hat sich eine sehr schöne calabassa plus bombilla-die klassischen utensilien für matetee gekauft, wir haben den fischmarkt besucht, der zwar berühmt und berüchtigt ist für die große auswahl, aber mit unseren europäischen gewohnheiten ein bisschen kollidiert ist und wir uns nicht von den zahlreichen angeboten in einem der anliegenden restaurants zu speisen, haben hinreissen lassen können.
wir haben uns auf die vorgelagerte insel tenglo mit boot übersetzen lassen und haben währenddessen von einen älteren ehepärchen erfahren, dass diese nur rüberfahren um das typische gericht (für den süden chiles) „curantos“ zu essen – muscheln, fleisch, wurst, huhn, kartoffeln und zwei weitere mehlkartoffelbeilagen (deren namen wir vergessen haben) die allesamt gemeinsam mit heissen steinen in einem erdloch abgedeckt 2 stunden im eigenen sud garen. Das klingt im ersten augenblick nicht wirklich so appetitlich, aber nachdem wir der zeremoniellen öffnung des loches beigewohnt haben und uns die euphorie gepackt hat, haben wir uns ebenfalls dazugesellt und eine portion geteilt. es war eine erfahrung wert, aber antje wird es wahrscheinlich kein zweites mal essen.

am 30.1. steht die besagte tagesexkursion auf dem plan: in einem minibus in die orte puerto varas (für einen halbstündigen speed-rundgang, deutsche kirche, deutsche kolonialheldenstatue, hafen) und weiter nach ensenada (für fleischiges mittag) am lago llanquihue am fusse des vulkans osorno (das beste am essen war der grandiose ausblick auf den see und dahinter den vulkan!) und dann gings zum lago petrohue (auch lago todos los santos genannt) und zu den ‘saltos de petrohue’ (stromschnellen/wasserfälle, da es aber ungewöhnlich wenig geregnet hat, ist recht wenig „wasser gefallen“). unsere essenz ist, dass so eine durchdressierte tagesbustour nichts für uns ist. man bekommt ein paar interessante geschichten erzählt und sieht auch einiges, aber alles eher oberflächlich und nicht alles hätten wir uns in eigenregie ansehen wollen. mit eher unbefriedigten erwartungen haben wir dann beschlossen erneut und auf eigene faust zum vulkan osorno aufzubrechen und eben diesen ernsthaft zu bezwingen.

am samstag bei grandosem wetter haben wir diesmal schon auf der hinfahrt einen fantastischen blick auf den majestätischen vulkan bei strahlend blauem himmel und wenigen kleinen wolken. wir legen unsere erste wanderung zurück durch urige natur, entlang den wegen aus vulkanigem gestein oder sand und ausgetrockneten flüssen, die zum winterende hin das schmelzwasser in den see petrohue führen und uns unzählige motive bieten. Ohne karte und jegliche weghinweise haben wir uns ersteinmal ordentlich verlaufen und dann doch irgendwie einen weg gefunden, der uns immer näher an den vulkan geführt hat. die bilder folgen bald :)

abgerundet haben wir unsere erste flitterwoche mit einem leckeren abendessen und unserem ersten echten chilenischen pisco sour in einem kleinen grillrestaurant (parillada), dass nur 5 tische um offenes feuer hatte und wie eine typisch chilenische holzhütte (cabaña) in der schon durch die fensterrahmen der efeu von draussen reinwuchs.

unsere weitere reise führt uns am sonntag den ersten februar nach chiloé weiter südwärts.

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January 28, 2009

Valparaiso und Viña del Mar / Santa Carolina (26.+27.1.)

wir hatten von „unserem“ chilenen, den wir im flugzeug von palma nach deutschland letzten juli getroffen hatten, erfahren, dass man die beiden küstenstädte ohne weiteres an einem tag besichtigen kann. also sind wir mit der metro (die übrigens mindestens so modern ist wie in die von berlin oder barcelona) zum regionalen busterminal und fanden uns kurz nach 12uhr bereits in valparaiso wieder. zuerst gings mit dem roten „turistikbus“ ein paar stationen am hafen von valparaiso entlang und dann nach viña del mar. wenn die stimme aus dem off im bus nicht gesagt hätte, dass wir jetzt gerade (soll heissen irgendwo am hafen) nach viña del mar einfahren. viña del mar empfanden wir als ein großes, buntes treiben. aber es erinnert mich auch eher an einen dieser typischen hochsommerurlaubsorte, die mit ihrer ausgeprägten flaniermeile, ein oder zwei netten parks, eventuell noch einen paar alten sehenswerten gebäuden und vielleicht noch einem museum dem anspruch eines strandurlaubers genüge tun. denn viña del mar ist für seine schöne badeküste bekannt und dient am wochenende vorallem den santiagos als sommerliches ausflugsziel. an sich haben wir auch enorm viele hotels direkt an der küste gefunden, allerdings in teilweise sehr origineller architektur wie inform eines bootes oder einer alten burg auf steilküste nachgeahmt. auch wir haben die heissgelaufenen füsse im kalten meerwasser abgekühlt – das erste mal pazifik :) valparaiso hat in unseren augen viel mehr charme, als alte handelshafenstadt ist sie auch heute noch von großer bedeutung für chile und das tor zur welt für santiago, was man auch an den vielen containern am hafen unschwer erkennt. Die stadt ist von bergen eingekesselt, daher haben sich die meisten arbeiter an den umliegenden hängen um das stadtzentrum angesiedelt und kommen teilweise einzig und allein mit den „ascensores“ (aufzüge) zu ihren häusern. viele dieser ascensores sind über hundert jahre alt und heute noch so holz- und zahnradbeschaffen, spich so original bestückt, wie zu anfangszeiten der stadt und somit neben dem zollgebäude und der handelsbörse (beide mitte 18. jahrhundert) der ganze stolz der stadt, denn die unesco hat valparaiso zum weltkulturerbe erklärt.

die rückfahrt im bus war nicht weniger interessant, denn die strecke von den beiden küstenstädten nach santiago führt durch eines der bekanntesten chilenischen weingebiete „casablanca“ und immer wieder sehen wir am fahrbahnrand den namen einer „viña“ (weinkellerei) angeschieben, die manchmal sogar weit weg von der strasse irgendwo aus mitten seiner reben herausraugt. der dienstag morgen war zu allererst von der planung für unsere weitere reise bestimmt: nun steht es fest, wir fahren dienstagabend mit TurBus in luxoriösem schlafsesselkomfort nach puerto montt weiter. wir werden in ungefähr 12h und 40min über 1000 km zurücklegen und hoffentlich einen großteil der zeit schlafen.

zuvor jedoch haben wir mit ein bisschen glück doch noch eine viña gefunden, die wir nach kurzer anreise erreichen können und uns somit wie massgeschneidert in den tag hineinpasst. In einem etwas ausserhalb gelegenen industriegebiet santaigos gelegen, schwindet der erste eindruck und die enttäuschung darüber mit dem weinglas nicht durch die rebstöcke spazieren zukönnen schnell, als wir den alten innenhof des ehemaligen wohnhauser der weinarbeiter betreten. Aufgrund seiner guterhaltenen struktur und der besonderen bauweise ist die viña „santa carolina“ heute mit dem „kuckuck“ versehen, also geschützt als „monumento historico“. mit nur noch 2 weiteren besuchern kommen wir in den genuss einer exklusiven führung in die welt des chilenischen weines und dürfen zwei rote premiumweine riechen, sürfeln und schluck für schluck geniessen. einer von beiden ist ein 100% „carmenère“, der gleichnamige rebstock ist vor vielen hundert jahren aus frankreich nach chile gekommen, in seinem urpsrungsland ebenso schon seit mehreren jahrhunderten nicht mehr kultiviert und in chile erst vor 40 jahren wieder entdeckt. zwischenzeitlich ist diese traube als „merlot“ verkauft worden aus unwissenheit und eben vor wenigen jahrzehnten hat eine feine französische nase festgestellt, dass dieser merlot nicht schmeckt. so wurde die längst ausgestorben geglaubte traube „carmenère“ wiederentdeckt. die leidenschaft unserer weinführerrin überträgt sich schnell und wir wandeln begeistert durch den wunderschönen, ruhigen patio, steigen hinab in alte lagerräume, abfüllkammern und den imposanten weinkeller, welcher der französischen gewölbearchitektur nachgeahmt wurde und durch diese besondere bauweise schon seit über 140 jahren jeden erdbeben trotzt und sicherlich zurecht den einen oder anderen preis für seine edlen tropfen gewonnen hat. Aufgrund unserer reiseumstände haben wir fragen lassen, ob es möglich ist „santa carolina“ weine in spanien zu beziehen, was leider nicht möglich ist, da spanien ja selbst weinexporteur ist und damit keine nachfrage besteht. Aber ein paar wenige werden nach deutschland importiert. mit einer leckeren spätlese aus sauvignon blanc (85%) und „gewurstramine“ - wie die chilenen sagen ;) - (15%) und zwei kleinen flaschen als geschenk kämpfen wir uns den weg zurück zum patio suizo durch die immernoch heisse nachmittagssonne. wir können uns dort noch ein bisschen ausruhen, auf die nachtbusreise vorbereiten und ziehen dann erneut vollbepackt mit kraxen, rucksack und tasche zur überlandbusterminal. die erste stunde im bus fahren wir noch bei untergehender sonne südwärts immer zu unserer linken die silhouette der anden. das nächste was wir nach sonnenaufgang wiedersehen werden ist das relief des noch immer aktiven vulkans osorno und nachher in puerto montt vorerst bewölkt und 15°C kälter. Harald hält grad noch ein kleines schläferstündchen und gegen mittag werden wir dann sicherlich erste erkundungen in die hauptstadt der seenregion (región de los lagos) machen.

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January 27, 2009
January 26, 2009

wir stiefeln durch santiago (24. + 25.1.09)

unser allererster aufbruch in die stadt hat uns neben den plattfüssen und harald den ersten sonnenbrand vor allem erste schöne bilder (das wetter ist am nachmittag noch richtig sonnig warm geworden) und viele viele eindrücke gebracht: die hauptattraktionen santiagos liegen recht nah bei einander und sind auch ein muss wenn man schon einmal da ist: plaza de las armas ist ein grosser platz mit vielen menschen und nochmehr tauben und ein paar fotogenen gebäuden; der palacio de la moneda hat nichts mit dem kleingeld zu tun, sondern hier regiert die präsidentin chiles und rings um das areal findet man neben vielen statuen chilenischer präsidenten (z.b. salvador allende gossens, der am 11.9.1973 durch den staatsstreich von pinochet umsleben kam) steht vor dem ministerium für gerechtigkeit) auch die einzelnen ministerien. einen schönen überblick von der gesamten stadt bekommt man von einem kleinen berg, der so ziehmlich im zentrum liegt und santa lucía genannt wird. dort sind wir raufspaziert mit ein paar warmen empanadas in der tüte und haben uns auf halbem wege im schatten auf einer bank ausgeruht. bei gutem wetter kann man nicht nur über die gesamte stadt sehen, sondern hat auch einen fantastischen blick auf die anden, die sozusagen direkt vor der haustür liegen. leider ist durch die kessellage das wetter selten so günstig, aber uns hat der erste diesige anblick fürs erste schon begeistert. generell ist santiagos zentrum von vielen fastfoodläden gekennzeichnet und man sieht schnell ein, dass die chilenische jugend wirklich die “zweitdickste”, gleich nach den usa, auf dem amerikanischen kontinent ist. ausserdem sind uns auch die vielen strassenverkäufer aufgefallen, die auf einer decke ausgebreiteten, selbstangefertigten schmuck verkaufen oder “cola congelado” (gefrorene cola) aus einem scheinbar bis zum rand mit eisgefüllten karton. um mal einen bezug zum einkaufen zu bekommen: 1 chilenische empanada con carne (teigtasche mit hackfleisch gefüllt) ca. 700 chilen. pesos (entspr. 0,90eur) 1,5 l stilles wasser sind ungefähr 500 clp also rd. 0,60eur einzelfahrt mit der metro kostet pro person 320 clp, was ca. 0,39eur macht den sonntag haben wir ebenso erfolgreich genutzt. nach gemütlichem frühstück sind wir losgestiefelt richtung zoológico, den wir von meiner sitznachbarin im flugzeug (in 13 stunden hat man ja viel zeit zum reden) empfohlen bekommen haben. auf dem weg dahin haben wir uns noch mit etwas wasser aus dem supermarkt bestückt (ja, 7 tage die woche geöffnet von 8-9uhr bis 22-23uhr (!) ) und haben den wohl schönsten stadtteil santiagos kennengelernt: bellavista! unzählige restaurants, bars, cafés und ganz viele geschäfte mit “artesanías” (kunsthandwerkliches wie schmuck, leder- oder wollwaren). dahinter liegt der “zoológico metropolitano de santiago de chile” und dort stiegen wir (denn der zoo liegt am berg) neben vielen chilenischen familien die wege an den gehegen hinauf, hier und da nach schatten suchend und staunend wie die ganz kleinen über die vielen witzigen, hübschen, imposanten und komischen tiere aus südamerika und dem rest der welt. geplättet von der mittlerweile heissen sonne, haben wir uns ein kleines plätzchen gesucht und unserern ersten “mote con huesillos” gekostet - ein getränk auf der basis von pfirsichsaft mit weizenkernen, das kalt getrunken sowohl durst- als auch hungerstillend ist ;). um noch ein weilchen vor der sonne zu flüchten haben wir uns erneut in den patio bellavista begeben und ein “quesadillo” (weizentortilla mit tomate und käse gefüllt überbacken) mit 2 “pisco sour” (pisco ist das chil. nationalgetränk) als kleines mittagsmahlzeit verspeist. nun sind wir zurück im patio suizo und planen die kommende tage, von denen wir auch bald berichten werden. bei euch ist es nachts viertel nach eins - also buenas noches und bis bald.

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January 24, 2009

scl und el patio suizo

wir melden uns das erste mal und wohl behalten angekommen aus dem “último rincón del mundo” (der letzten ecke der welt), wie die chilenen sagen. der flug war lang, direkt über madrid wurde es kurzzeitlich richtig ungemütlich ( wenn so ein a340/600 schon vom wind gebeutelt wird - ein stück weiter war alles wieder gut ), ich hab sogar fast 8 stunden geschlafen, nach dem rumpeligen überfliegen der anden und einem grandiosen wenn auch kurzen Blick auf das ewige eis und dann hat uns die dunstglocke von santiago de chile (airport code: scl) in empfang genommen. auf das allseits bekannte panorama mit santiago skyline und anden-panorama im hintergrund muss harald nun leider noch ein bisschen warten.
den schnuckeligen patio suizo (schweizer hof) haben wir schon inspiziert und werden uns gleich ins hauptstadtgetümmel stürzen …

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